Die Wasserversorgung Wollerau bedient die Gemeinden Feusisberg, Wollerau und die Ortsteile Wilen und Bäch der Gemeinde Freienbach mit Trinkwasser. Das Gebiet ist sehr ausgedehnt und entspricht ungefähr 23 km2 inklusive der unüberbaubaren Flächen. Das Versorgungsgebiet erstreckt sich vom Zürichsee (406 m ü.M.) bis zum Reservoir Sagenwald oberhalb Schindellegi (867 m ü.M.) über 461 Höhenmeter und ist in 5 Druckzonen (zuzüglich 2 Unterzonen) unterteilt. Der Ruhedruck in den Druckzonen bewegt sich im Bereich von 3 bis 15 bar.

reservoir sagenwald800Die Wassergewinnung erfolgt am Höhronen (5 Quellgruppen), im Stutz (1 Quellgruppe), an der Sihl (Quell-/Grundwasser-Pumpwerk), in der Bächau (2 Grundwasserpumpwerke) sowie im Geissboden (Grundwasserfassung). Je nach den meteorologischen Gegebenheiten ist der Anteil Quell- zu Grundwasser unterschiedlich und beträgt im Jahresschnitt 1/3 zu 2/3. Das Quellwasser wird in erster Priorität genutzt. Die Wasserversorgung Wollerau bereitet kein Seewasser auf.

2018 Aufbereitungsgebaeude Geissboden

Durch den Bau des Grundwasserbrunnens Geissboden hat sich die Wasserbeschaffung und Wasserverteilung der Korporation Wollerau grundlegend verändert. Neu kann das Grundwasser in die unteren Druckzonen geliefert werden und die Grundwasserpumpwerke Bächau sowie die Stufenpumpwerke müssen kaum mehr Wasser in die oberen Zonen fördern. Durch den geplanten Einbau von Trinkwasserturbinen bei den Zonenübergabestellen in den Reservoiren Aesch und Fürti kann sogar eine erhebliche Menge erneuerbarer Energie erzeugt werden.

Das komplette Leitungsnetz umfasst total 155 km. Zur Lagerung des Wassers und für die Ausgleichung von Verbrauchsspitzen dienen insgesamt 10 Reservoire mit einer Kapazität von 9'540 m3. Für den Brandschutz stehen 306 Hydranten sowie zwei Löschreserven von je 250 m3 zur Verfügung.

2018 LeitungsbauEin Dauerauftrag ist die Instandhaltung und Sanierung des Leitungsnetzes. Das Team der Wasserversorgung der Korporation Wollerau ist rund um die Uhr für die Bevölkerung im Einsatz. Es besteht aus dem Brunnenmeister, einem Brunnenmeister Stv. und drei bestens ausgebildeten Leitungsmonteuren. Diese Fachleute sind dafür besorgt, dass sich das Leitungsnetz stets in einem einwandfreien Zustand befindet. Ausserdem werden jährlich zahlreiche Hausanschlüsse neu erstellt und repariert. Im langjährigen Schnitt wird pro Jahr etwa 1% des Leitungsnetzes ersetzt.

Alle Objekte der Wasserversorgung sind mit vieladrigen Fernmeldekabeln verbunden, die in der Leitstelle zusammenlaufen und durch eine Fernwirk-Anlage «Rittmeyer» und das Leitsystem «Ritop » gesteuert werden. Zudem kann mit dem zeitgemässen Leckwarnsystem «Lorno» ein auftretender Wasserverlust früh erkannt und beseitigt werden. So können die notwendigen Erneuerungsarbeiten laufend durch das betriebseigene Personal ausgeführt werden und die betrieblichen Gebäude befinden sich so in einem tadellosen Zustand.

Für die Versorgung in Notlagen sind die Leitungsnetze der Wasserversorgungen Pfäffikon und Wollerau über ein Notpumpwerk sowie einen Bezugsschacht verbunden. Nach gegenseitiger Absprache kann also von beiden Werken Wasser bezogen oder geliefert werden.

Das generelle Wasserversorgungsprojekt (GWP 2012) sieht einen konkreten Massnahmenplan vor, um das Trinkwasser unseres Versorgungsgebietes auch bei stetigem Bevölkerungswachstum sicherzustellen. Mit den bestehenden Versorgungsanlagen sind wir auch für die Zukunft gut gerüstet.

Ivan Reichmuth, Brunnenmeister

Hydraulische Situation, Stand 27.06.2018